WISSENSWERTES ÜBER PFERDE

Während meines Aufenthaltes im Klinikum Bayreuth habe ich viele Bücher über Pferde gelesen. Da ich begeisterte Reiterin bin, beschloss ich, für Leute, die reiten lernen wollen, das Wichtigste aus diesen Büchern zusammenzufassen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

GLIEDERUNG
1.DIE ENTWICKLUNGSGESCHICHTE
2.DIE ARBEITSPFERDE
3.DIE VERSCHIEDENEN RASSEN
4.DIE PFLEGE
5.DIE HALTUNG
6.DIE AUSRÜSTUNG
7.PFERDE VERSTEHEN
8.DER PFERDESPORT

1. DIE ENTWICKLUNGSGESCHICHTE

Spuren der ersten Vorfahren des heutigen Pferdes reichen etwa 60 Millionen Jahre zurück. Natürlich glich dieser Vorfahre dem heutigen Pferd nur sehr wenig: an den Vorderfüßen trug er jeweils vier Zehen, an den Hinterfüßen je drei Zehen, sein Rücken war gewölbt und er besaß Laubfresserzähne. Sein Lebensraum waren die ausgedehnten Wälder, es ernährte sich vorwiegend von Blütenpollen. Aus der frühen Form des Pferdes entwickelte sich im Laufe der Jahrtausende zahlreiche Wildpferdearten. Erst vor etwa 5000 Jahren begann der Mensch, das Pferd zu zähmen und als Reit- und Zugtier einzusetzen. Aus dem wilden Pferd wurde so mit der Zeit eine Haustierart, die der Mensch je nach seinen Bedürfnissen züchtete.

2.DIE ARBEITSPFERDE

Über 4000 Jahre lang standen die Pferde im Kriegsdienst des Menschen, sie wurden aber auch häufig für die Nutzung in der Wirtschaft verwendet. Pferde wurden früher vor allem als Zugtiere genutzt, um schwere Lasten und leichte Reisewagen und elegante Kutschwagen zu ziehen.

PFERDENUTZUNG IN DER WIRTSCHAFT

Die Technisierung konnte das Pferd in der Tat nicht verdrängen, sondern gab ihm neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Tausende von Warmblutpferden zogen Omnibusse und Straßenbahnen. Schwere Kaltblutpferde schleppten das Rohrmaterial für den Eisenbahnbau an. Das riesige englische Kanalsystem benötigte und benutzte Pferde zum Ziehen der Boote, mit Lasten bis zu
70 Tonnen. Eine große Anzahl von Ponys dienten unter Tage in den Kohlebergwerken, trieben die Kurbeln der Kranwinden an und zogen die Kohlewagen. England-, Dales- und Fell-Ponys wurden für die Lastzüge zum Transport des Bleis eingesetzt.

LANDWIRTSCHAFT

Eine ganz bedeutende Rolle spielten Pferde in der Landwirtschaft während des 18. und 19. Jahrhunderts. Die gesamte Landwirtschaf war von den Pferdestärken abhängig. Sie mussten auf den Äckern Pflüge ziehen und
Getreide und Heu einfahren.

MILITÄR UND POLIZEI

Bis zum ersten Weltkrieg taten Millionen von Pferden ihren Dienst in den Armeen der ganzen Welt, sogar im Zweiten Weltkrieg war das üblich. Auch Polizeikräfte schätzen die psychologische Wirkung von Pferden und verwenden sie für Streifediensten in den Städten.

3.DIE VERSCHIEDENEN RASSEN

NEW FORESTPONY:
Herkunft: Hampshire/England
Größe: 130-140 cm
Farbe: Braune, Rappen, Füchse, Schimmel, keine Schecken
Charakter: intelligent, ruhiges Temperament, mutig, leistungfähig, willig
Aussehen: häufig edler Kopf, kurzer Hals, abfallende Kruppe, gedrungener
Körperbau;ähnelt im Typ einem kleinen Warmblüter

MUSTANG
Herkunft: USA
Größe: ca.145-150 cm
Farbe: Alle Farben, häufig Schecken
Charakter: zäh, genügsam, halbwild
Aussehen: oft großer, unedler Kopf, lange Ohren, trockenes Gebäude, mäßiger Behang

HANNOVERANER
Herkunft: Niedersachsen
Größe: 160-175 cm
Farbe: Füchse vorherrschend, Braune in allen Schattierungen, aber auch Rappen und Schimmel
Charakter: meist von ruhigerem Temperament, lernfähig und vielseitig
Aussehen: mittelgroßer Kopf, großrahmig, hoch angesetzter und getragener Schweif, starker Rumpf, tiefe Brust

SHETLAND PONY
Herkunft: Shetland- und Orkney- Inseln
Größe: 80-104 cm
Farbe: alle Farben
Charakter: mutig, eigensinnig, genügsam
Aussehen: oft großer, edler Kopf, mit kleinen, spitzen Ohren, große Augen, kurzer Hals, kräftiger, breiter Rücken, kräftiges
Mähnen- und Schweifhaar, abschüssige Kruppe mit tief angesetztem Schweif

ENGLISCHES VOLLBLUT
Herkunft: England
Größe: 145-176 cm, in der Regel um 163 cm
Farbe: Vor allem Braune und Dunkelbraune, aber auch Rappen, Füchse und Schimmel
Charakter: leistungsbereit, intelligent, temperamentvoll, mutig
Aussehen: kleiner, edler Kopf, große Augen, langer Hals, muskulöses, trockenes Gebäude, häufig hoher Widerrist, meist spärlicher
Behang.

4.DIE PFLEGE

In der Regel fängt man bei der Pferdepflege vorne links an und arbeitet sich nach hinten um dann von rechts vorne nach rechts hinten weiterzumachen. Die Hufe sollten vor und nach jedem Ritt überprüft und ausgekratzt werden. Zur Säuberung des Kopfes verwendet man kleine, weiche Kopfbürsten. Für grobe Verschmutzungen gibt es Striegel aus Metall. Mit einer Wurzelbürste kann anschließend der gelöste Schmutz in Fellstrichrichtung herausgebürstet werden. Das Abspritzen der Beine von unten nach oben nach einem langen Ritt oder bei heißen Temperaturen kühlt die Sehnen. Bei Arbeiten am Pferd, etwa bei der Hufpflege oder beim Beschlagen, kann man dem Pferd eine Fliegendecken überlegen, damit es nicht ständig mit der Abwehr von lästigen Fliegen und Bremsen beschäftigt ist.
 

5. DIE HALTUNG

Boxenhaltung: Die "pferdeunfreundlichste" Unterbringung ist die Gitterboxenhaltung. Sie bietet dem Pferd keine ausreichende Bewegungsfreiheit und verhindert den Kontakt zu anderen Pferden. Außerdem haben die Pferde zu wenig Kontakt mit Sonnenlicht, das für eine gute Gesundheit wichtig ist. Die beste Form der Boxenhaltung ist sicherlich die Außenbox mit anschließendem Paddock (Laufgang), weil das Pferd hier die Möglichkeit hat , sich etwas zu bewegen, sich im Freien aufzuhalten und Kontakt zu Nachbarn aufzunehmen. Laufstall: Im Laufstall werden mehrere Pferde zusammen gehalten. Sie können sozialen Kontakt aufnehmen und sich begrenzt bewegen. Offenstall: Er ist die beste Form der Pferdehaltung. Die Pferde leben in einem offenen Stallgebäude mit Auslauf und eventuell anschließender Weide zusammen. Sie können Kontakt aufnehmen und haben ausreichend Platz und Frischluft.

6.DIE AUSRÜSTUNG

Sattel: Die beiden gebräuchlichsten Sattelarten in Deutschland sind der Englisch Sattel und der Western-Sattel. Man wählt ihn je nach Reitweise und Pferd. Der Sattel muss unbedingt passen. Die Wirbelsäule braucht genug Platz und er muss gleichmäßig auf dem Rücken aufliegen.
Zaumzeug: Je nach Reitweise und Ausbildungsstand von Pferd und Reiter wählt man das entsprechende Zaumzeug und vor allem das Gebiss. (Das Gebiss ist Teil des Zaumzeugs, das im Maul des Pferdes liegt.
Gerte: Es gibt kurze Springgerten und lange Dressurgerten. Eine Gerte sollte niemals zur Bestrafung eingesetzt werden, sondern nur zur Hilfegebung. Das Pferd darf keine Angst vor der Reitgerte haben!!!!!!!!
Helm: Ein Helm gehört auf jeden Fall zur Ausrüstung eines Reiters!!! Denn auch der beste Reiter fliegt mal runter. Vor allem in Reitvereinen ist das Tragen eines Helmes Pflicht.
Stiefel: Reitstiefel gibt es aus Gummi, Plastik oder Leder. Weil die Stiefel recht eng sitzen, benötigt man einen hölzernen Stiefelknecht zum ausziehen.
Hose: Reithosen haben im Kniebereich und am Gesäß einen festen Lederbesatz. Das verbessert den Sitz und schützt die Hose vor Verschleiß. Reithosen dürfen an Knie und Gesäß keine Nähte haben, weil es sonst Druckstellen gibt. Man reitet am besten nicht in normalen Alltagshosen, weil sie schnell Löcher kriegen.

7.PFERDE VERSTEHEN

Die Körperhaltung, die Schnauze, die Ohren und auch der Schweif drücken beim Pferd seine Stimmungslage aus. Diese Signale spielen vor allem eine wichtige Rolle im Verhalten der Herde unter Artgenossen. Sie geben Auskunft über die Rangordnung. Pferde sind in der Lage selbst durch geringe Spannungsänderungen der Muskulatur ihren Artgenossen mitzuteilen "wie Pferd drauf ist". Das gute Gehör des Pferdes und seine Fähigkeit, Geräusche zu orten, führt dazu, dass sich Pferde durch Laute verständigen. Mutterstute und Fohlen verständigen sich durch gegenseitiges Rufen. Durch Laute drücken Pferde ihre Stimmung aus, z.B. Brüllen, Schnauben, Brummeln oder Quietschen. Deshalb kann der Mensch auch mit dem Pferd "reden". Zeigt ein Pferd Drohverhalten, will es damit Artgenossen, andere Tiere oder Menschen beeindrucken. ranghöhere Tiere zeigen Drohgebärden, während rangniedrige Tiere beißen und treten. Der Gegner sollte sich entweder unterwerfen oder einen Sicherheitsabstand einhalten. Der Mensch ist selten in der Lage sich dem Pferd gegenüber als Ranghöherer durchzusetzen.

8.DER PFERDESPORT

Springreiten: Das Springreiten entstand in Irland und England aus dem Jagdsport. Dabei müssen die Pferde bei der Verfolgung des Wildes über jedes Hinderniss springen. Unter Springreiten versteht man das überwinden verschiedener Hindernisse in einem Parcours in einer genau festgelegten Reihenfolge.

Dressur: Dabei geht es um die korrekte Ausführung bestimmter festgelegter Figuren und Übungen. Es ist wichtig, dass ein Reiter sein Pferd sicher unter Kontrolle hat. Dressurprüfungen erfordern ein hohes Maß an Konzentration. Gut ausgebildete Dressurpferde reagieren auf feinste Hilfengebung.
Vielseitigkeitsreiten: Diese Sportart verbindet Dressur-, Spring- und Geländereiten. Durch die vielfältigen Anforderungen an Pferd und Reiter gilt sie als eine der schwierigsten und gefährlichsten Pferdesportarten.
Fahren: Bei dieser Sportart muss der Wagenlenker mit seinem Gespann in einer Geschicklichkeitsprüfung beweisen, dass er fehlerfrei einen Parcours mit unterschiedlichen Hindernissen durchfahren kann. Es gibt Wettbewerbe für Ein- und Mehrspänner.

Rennsport: Beim Pferderennsport unterscheidet man grundsätzlich nach den Gangarten zwischen Trabrennen und Galopprennen. Für das Trabrennen werden speziell gezüchtete Traber eingesetzt, die vor einem kleinen Wagen (Sulky) nur im Trab gehen dürfen. Fällt ein Pferd in den Galopp, wird es disqualifiziert.
Die Galopprennen dienen auch der Zuchtauswahl für das Englische Vollblut. Es gibt Flachrennen, die zwischen 1000 und 4000 Meter lang sind und Hindernisrennen.

Horseball: Diese schnelle Sportart könnte man als ,,Basketball zu Pferde" bezeichnen. Vier Spieler pro Mannschaft versuchen, einen Ball mit einem Griffbügel in den gegnerischen Korb zu werfen. Dabei geht es trotz strenger Regeln wesentlich härter zur Sache als im Basketball. Das Spiel dauert zwei Halbzeiten mit je zehn Minuten, unterbrochen durch eine fünfminütige Pause. Auch bei dieser Sportart ist wie beim Polo Wendigkeit und Schnelligkeit der Pferde gefragt.

Distanzreiten: Beim Distanzreiten muss man eine Strecke von mindestens 25 bis 160 Kilometern zurücklegen. Am meisten wird in dieser Sportart ein gut trainierter, kerngesunder Araber geritten, weil diese Pferde sehr ausdauernd sind. Das Pferd muss strenge tierärztliche Untersuchungen bestehen.

Sportliches Reiten: Für Naturbegeisterte bietet sich das Trekking- bzw.Trail-Reiten an. Dabei reitet man in einer Gruppe mehrere Tage durch eine reizvolle Landschaft mit Übernachtung im Zelt. Leute, die sich nicht so viel zutrauen, können an Reiterralleys teilnehmen. Dabei muss man geschickt sein und Spaß verstehen.

TSCHÜS - UND VIEL SPAß BEIM REITEN !!!!!!!
JULIA, 7.KLASSE REALSCHULE