In alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat, lebte ein Bettler,
dessen Töchter waren alle so hässlich wie Hexen. Die Jüngste aber war so hässlich
wie Traumato von den Pokemons, dass Mond und Sterne, die doch so Vieles gesehen
hatten, sich verdunkelten, sooft sie ihr ins Gesicht schienen.
Nahe bei dem Pappkartonhaus des Bettlers standen 3 große Kokospalmen an
einem Wasserloch. Hinter dem Haus rostete ein Trabi vor sich hin. Wenn nun
die Temperatur unter Null war, humpelte das hässlichste Bettlerkind hinaus zu
den Palmen und setzte sich an den Rand des heißen Wasserlochs. Und wenn das Mädchen
Langeweile hatte, so nahm es seinen Gameboy „color“ , und spielte Pokemon.
Sie war schon Weltmeisterin darin. Das war ihr einziges Spielzeug, ihr Ein und
Alles.
Nun verlor das grantige Mädchen eines Tages ein Spiel und warf den Gameboy
voller Zorn in das sumpfige Schlammloch, wo er sofort im tiefen Schlick versank.
Es kamen nur noch ein paar Bläschen.
Da fing das komische Mädchen an zu fluchen und stampfte mit dem Fuß auf, so
stark, dass es ausrutschte und selbst hineinfiel. Es konnte sich aber noch
retten, indem es sich an einem Stamm festklammerte. Plötzlich bewegte sich der
auch noch und hob sie ans Ufer. Es war der schrumpelige Rüssel eines Elefanten,
der am Wasserloch trinken wollte und sie dabei gerettet hatte. Er fragte:
„Warum fluchst du denn, was immer du bist?“
Sie sah sich um, woher die Stimme kam und erblickte einen dicken, fetten,
alten Elefanten.
„ Ach du fettes Viech, verpi..... dich!“ brüllte das garstige Mädchen.
Der Elefant trompetete zurück: „Du siehst doch auch nicht besser aus!“
Dabei spuckte er verächtlich den verschlammten Gameboy aus. Als der auf dem
Boden lag, hielt er seinen faltigen Fuß über den Apparat und drohte ihn zu
zerquetschen, wenn sie ihm nicht einen Wunsch erfüllte.
Widerwillig musste sie zustimmen.
„Und was soll ich jetzt tun?“ keifte sie mürrisch.
„ Ich will, dass du mit mir auf die Love-Parade gehst, dass wir uns einen
Eimer voll Schokoladeneis kaufen und du mit mir bis Mitternacht tanzt.“
„O, Mann, sonst noch was ?“ maulte sie. Der Elefant senkte seinen Fuß
wortlos noch tiefer. „ Na-na-na gut,“ stotterte sie, “i-i-ch mach`s
schon“.
Er kickte ihr den Gameboy hin. Sie nahm ihn, schlug frech gegen sein Bein und
lief hämisch lachend davon.
„ Du Erpresser!“ schrie sie wütend und flüchtete in ihr Pappkarton-haus
und dachte sich: “Dem hab ich´s aber gezeigt!“
Leise hinkend stampfte der Elefant auf das Haus zu.
Als er angekommen war, schlug er einmal kräftig drauf und die Schachtel
kippte um. Da saß die Göre nun und umklammerte ihr Spielzeug. Der Elefant
holte tief Luft und saugte sich mit seinem Rüssel den Flimmerkasten
heran.
Er verschluckte ihn und drohte: “ Ich spuck ihn erst wieder aus, wenn du
tust, was ich gesagt habe!“
Sie murmelte: “Blödes Vieh, du gehst mir ganz schön auf die Nerven!“
Widerwillig ließ sie sich von seinem Rüssel auf seinen Rücken heben und
der Elefant trottete los.
Als sie an der Siegessäule in Berlin im Getümmel standen, packte sie das
Partyfieber und sie tanzten bis in die Nacht. Während der Vollmond schien und
die Glocken aus dem Dom zur Mitternacht schlugen, braute sich ein Gewitter
zusammen. Es donnerte schon ganz nah. Plötzlich schlug ein Blitz in die Siegessäule
ein und der Elefant schrumpfte, bis er die Gestalt eines Mannes annahm.
„Ich bin David Copperfield, der bezaubernde Magier.“ „ Hää? Was ist
jetzt los?“ fragte die kleine Hexe verdutzt. Plötzlich blitzte es noch einmal
und eine Autotür wurde zugeschlagen. Es war der Bettler, der gerade aus seinem
Trabi gestiegen war.
„ Du hast es also geschafft, dass jemand mit dir um Mitternacht getanzt
hat. Und ausgerechnet meine Tochter!!!“
„ Erklärt mir endlich, was da los ist!“ fragte das Mädchen.
„Also“, erklärte ihr Vater, “David und ich sind beide Zauberer.“ „Das glaub ich nicht!“ unterbrach sie. Er fuhr fort: „Vor einigen Jahren, als du noch klein warst, haben wir eine Wette abgeschlossen. Wir verzauberten uns gegenseitig und konnten nur erlöst werden, wenn jemand mit uns um Mitternacht tanzt.“ “Ich glaube das trotzdem nicht, beweise es mir!“ forderte sie. Der Bettler
sagte:“ David, du weißt, was du jetzt zu tun hast!“
Der Magier fuchtelte mit den Händen um sich, murmelte ein paar Worte
----------- und der Bettler und seine Tochter befanden sich schlagartig vor
ihrem Haus, das sich inzwischen in ein nettes Einfamilienhaus verwandelte hatte.
Aus dem Haus aber kamen die Töchter als hübsche Mädchen, die Schönste aber
war die ehemals hässlichste Tochter.
Aus dem Bettler war ein geheimnisvoll aussehender Zauberer geworden.
Zu Copperfield sagte er schmunzelnd.“ Dieses Mal hast du gewonnen“.
Und alle waren glücklich und zufrieden.