Das Tagebuch der Anne Frank - ein Buch, das entstand aufgrund der Aufzeichnungen eines 13-jährigen Mädchens während des 2.Weltkrieges.Ein Buch, das die Unbequemlichkeiten, Grausamkeiten und zum Teil sehr schwierigen und gefährlichen Lebensbedingungen der Juden im Dritten Reich aufzeigt, aber dem Leser auch bewusst macht, in welch einer Wohlstandsgesellschaft er lebt, ohne es zu würdigen. Oder würde einer von uns es in der heutigen Zeit zusammen mit sieben weiteren Personen zwei Jahre lang auf nicht einmal 60 Quadratmetern aushalten, ohne je einen Fuß vor die Tür setzen zu dürfen? Könnte ein Mitglied der heutigen Gesellschaft oftmals mehr als einen ganzen Tag verbringen, ohne sich zu bewegen-ständig mit der Angst lebend, doch noch entdeckt zu werden? So erging es nämlich den Personen um Anne Frank. Ihr, ihren Eltern und Schwester Margot, Herrn Dussel und der Familie van Daan. Von 1942 bis 1944 lebten diese acht Menschen in ihrem Versteck, „dem Hinterhaus“, was genau genommen der Dachboden der Firma war, welche Herr Frank besaß. Unter erschwerten Bedingungen lebten sie dort- angefangen von Platzmangel bis hin zu stundenlangem Ruhig-sitzen-müssen und nicht-aufs-Klo-gehen-dürfen, weil der Lärm die Arbeiter der Gewürzfirma auf ihr Versteck aufmerksam hätte machen können. Obwohl Miep, Bep, Herr Kleimann du Herr Kugler sie mit Essen, Büchern und sogar einem Radio versorgen, wurde die Stimmung immer bedrückender und Streit entstand. Sowohl zwischen Anne und ihrer Mutter als auch zwischen den verschiedenen Familien Frank, van Daan und Herrn Dussel, welche alle eine unterschiedliche Weltanschauung besaßen. In der Welt, in der wir heute leben, können wir Streitereien einfach aus dem Weg gehen, aber wohin hätten diese acht Juden gehen sollen? Auf die Straße, um von der „Grünen Polizei“ mitgenommen und ins KZ verschleppt zu werden? Nein- sie konnten nirgendwo hingehen, denn ihr zuhause war ja selbst schon ein Versteck. So versuchten sie, Streit zu schlichten, was jedoch verständlicherweise nicht immer gelang, zumal mit fortschreitender zeit alle mehr und mehr kraftlos und angespannt wurden wegen Nahrungsmittelknappheit und Existenzangst.

 Dieses Buch zu lesen, verschaffte mir ganz neue Eindrücke und Informationen über die Zeit der Hitler-Diktatur. Bis jetzt hatte ich nur im Geschichtsunterricht darüber gehört und da auch nur sachlich und nüchtern. Doch das Tagebuch- die geheimsten und persönlichsten Gedanken eines etwa mit mir gleichaltrigen Mädchens- über das Leben der Juden damals zu lesen, vermittelt mehr als nur Sachinformationen. Ich fühlte mich selbst in diese Zeit zurückversetzt- fieberte mit den Versteckten dem tag der Invasion entgegen und war am Ende sehr geschockt und traurig, als Annes Tagebuch plötzlich abbrach und sie doch noch ins KZ verschleppt wurden. Alles in allem finde ich es sehr gut, dass Annes Vater- der einzige, der die KZs überlebte- der Öffentlichkeit dieses Schriftstück- wenn auch in überarbeiteter Form- zugänglich machte und kann nur jedem empfehlen, es zu lesen, wenn er sich einen Einblick in die Zeit des Dritten Reiches verschaffen möchte.

 geschrieben von Tamara S.