Mein Sibirian Husky Blanca

Viele von euch wünschen sich bestimmt ein Haustier. Ich habe neben meinen zwei Meerschweinchen auch noch einen Hund, nämlich eine wunderschöne weiße Huskyhündin mit Namen Blanca. „Blanca“ bedeutet die Weiße.

Sibirian Huskies zählen zu den Schlittenhundrassen. Andere Rassen, die dazu zählen sind: Alaskan Malamute, Grönlandhunde und Samojeden. Blanca, die mittlerweile 10,5 Jahre alt ist, lebt erst seit zwei Jahren in unserer Familie. Wir holten sie aus dem Tierheim, nachdem unser voriger Husky gestorben war.

Bei ihrem Vorbesitzer ist sie Schlittenhunderennen gefahren. Ihre Aufgabe war es, das Rudel zu führen, so was nennt man „Leader“. Nur der Leader hört auf die Kommandos des „Musher“ ( so heißt der Mann oder die Frau, die hinten auf dem Schlitten steht). Die restlichen Hunde des Gespanns folgen dann nur dem Leader. In ihrer aktiven Laufbahn ist Blanca viel gereist. Ihre Nahrung war speziell für ihre Arbeit als Schlittenhund ausgewählt. Bei uns bekommt sie Trockenfutter, auch mal rohes Rindfleisch, aber besonders gern mag sie Süßigkeiten. Einmal plünderte sie nachts sogar meinen Schokoladenadventskalender.

Sie liebt es vor der Türe zu liegen und dabei zu dösen. Manchmal träumt sie im Schlaf, vielleicht erinnert sie sich an ihre Schlittenhunderennen?

Wisst ihr eigentlich wieso Huskies als Schlittenhunde eingesetzt werden? Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Schlittenhunde aus der so genannten Torfhundgruppe hervorgegangen sind. Die Schlittenhunde haben bis heute ihre Ursprünglichkeit bewahrt. Schlittenhunde zeigen sowohl wolfsähnliches als auch wolfsgleiches Verhalten. Ihr ausgeprägter Jagdtrieb und die Rudeleigenschaften kommen aus ihrer Verwandtschaft mit dem Wolf. Seit zweitausend Jahren arbeiten Huskies als Schlittenhund in der arktischen Region für den Menschen.

Ein Schlittenhund ist von Natur aus kein Haushund. Er braucht einen Garten zum Auslauf und einen Zwinger mit Flachdach. Von da aus kann er seine Umgebung beobachten. Huskies schlafen gerne im Freien, auch im Winter. Sie lassen sich auch manchmal über Nacht einschneien. Im Sommer liegen sie aber auch gerne in der Sonne. Huskies können sich auf große Temperaturunterschiede einstellen. Huskies, die als Einzelhund gehalten werden, sollten aber bei ihrem Rudel leben, da sie ansonsten verkümmern. Allein im Zwinger würden sie nur aus Kummer heulen, bellen tun diese Hunde übrigens kaum.

Ein Schlittenhund ist schwer zu erziehen. Die Grunderziehung sollte nur eine Person übernehmen, die Bezugsperson. Die Familienmitglieder müssen sich einig sein, was der Hund darf und was er nicht darf. Man sollte so oft wie möglich trainieren. Huskies lassen sich aber nie so dressieren wie Schäferhunde, ebenso wenig werden sie je Wachhunde. Die Ausbildung zum Schlittenhund sollte so früh wie möglich beginnen. Bereits der Welpe sollte so schnell und lange laufen wie er kann. Mit sieben Monaten kann man ihm sein erstes Zuggeschirr anlegen und vor das Fahrrad spannen. Damit bauen sich die Muskeln auf. Entfernung und Geschwindigkeit werden allmählich gesteigert. Mit etwa neun Monaten kann man ihn schon vor einen Schlitten oder Wagen hängen. Ab etwa einem Jahr darf ein Husky offiziell bei Rennen mitlaufen. Wichtig sind dabei die Kommandos, die auch schon ein Welpe lernt: links (haw), rechts (gee), voran (go), stop (whoa).
Obwohl meine Blanca mittlerweile in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist, lasse ich mich immer noch von ihr auf dem Fahrrad ziehen oder meine Schwester auf dem Schlitten. Trotz ihres Alters braucht sie das auch noch, nur nicht mehr unter Wettkampfbedingungen. Blanca ist ein sehr lieber und folgsamer Hund. Man merkt halt doch, dass sie ein Leader war. Ich jedenfalls wünsche mir, dass ich noch viele Jahre mit ihr verbringen darf.

Alex