Meine Zeit im Krankenhaus

Ich bin ein inzwischen dreizehnjähriges Mädchen aus dem Landkreis Wunsiedel. Es war der 23.09.98 als es geschah. Als ich morgens aufstand, bemerkte ich ein komischen Ziehen in meinem linken Bein. Meine Mutter sagte, dass ich nur Muskelkater vom Reiten hätte. Aber der Meinung war ich nicht. Es ging den ganzen Morgen so weiter. Es hörte einfach nicht mehr auf. Als dann meine Mutter in die Arbeit gehen wollte, fing ich das Schreien an. Meine Mutter sagte, dass ich mal aufstehen sollte, und das ich mal laufen sollte, ich stand auf und versuchte ein paar Schritte zu laufen, als ich damit anfing, streckte sich das Knie immer weiter durch.

So gegen halb zwölf, kam dann der Doktor. Er ließ mich auch vorlaufen, untersuchte kritisch mein Bein, und stellte die Diagnose, dass ich auf dem Weg sei, halbseitig gelähmt zu sein. Er bestellte sofort den Sanitätsdienst, und ließ mich dann in die Kinderklinik in Bayreuth einliefern. Dort kam ich in ein Zimmer, in dem ein Mädchen mit chronischem Asthma lag. Ich freundete mich aber ziemlich schnell mit ihr an. Noch in der selben Nacht fuhr mich ein Sanitätswagen in die Hohe Warte. Dort wurde ich von oben bis unten untersucht. So etwa gegen halb zwölf mitten in der Nacht, brachten sie mich wieder in die Kinderklinik. Das war ein ewiges hin und her, bis die Ärzte beschlossen, mich ganz in der Hohen Warte zu lassen. Dort bekam ich zunächst ein Einzelzimmer aber dann hatten sie für mich eine ältere Frau gefunden. Sie hieß Elisabeth. Sie war eine ganz nette Frau, und ich konnte mich mit ihr über alles und jeden unterhalten. Wir fuhren mit unseren Rollstühlen immer zum Mittag- und Abendessen, und zur Krankengymnastik. Am Anfang lag ich ja nur im Bett, aber schon nach zwei Tagen bekam ich dann meinen Rollstuhl.

Nach einiger Zeit kam dann einmal eine Frau vom Sozialamt, um mich über den kommenden Aufenthalt zu informieren. Unter anderen darüber, dass ich bald eine Lehrerin bekommen würde. Ich dachte als erstes nur daran, Schule, ach nein. Aber dann im nachhinein, dachte ich bei mir, dass es doch ganz schön ist. Also, ich hatte zweimal die Woche Unterricht, und es machte mir sehr viel Spaß. Die Frau W. ist echt eine gute Lehrerin. Sie bringt irgendwie alles so sympathisch herüber, und bei ihr lernt man schneller. Vor allem muss man nicht viele Hausaufgaben machen. Die ganzen Schwestern, Pfleger, Ärzte und die Krankengymnasten waren alle super nett. Und die Zeit verging, und verging. Endlich, nach fünf Wochen Krankenhaus durfte ich nach Hause. Ich freute mich so. Aber das beste ist ja, dass ich wieder vollständig laufen und reiten kann. Ich muss zwar noch einmal die Woche zur Krankengymnastik, aber das macht mir nicht sehr viel aus. Und ich kann jedem den Rat geben, gebt bloß nicht auf, lasst euch nicht unterkriegen nur so kann man es schaffen!

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