Die nachfolgenden Punkte dürfen nicht als "Rezepte", sondern nur als möglicherweise hilfreiche Hinweise verstanden werden, die im konkreten Fall ganz unterschiedlich gewichtet sein können. Jede Lehrerin und jeder Lehrer muss entsprechend der Klassensituation, den Besonderheiten des betroffenen Kindes und auch der eigenen Lehrerpersönlichkeit einen jeweils angemessenen Weg finden.
| Bei erwünschtem Verhalten häufig positive Rückmeldungen geben; Lob auch für kleine Lernfortschritte und bei erkennbarem Bemühen um erwünschtes Verhalten | |
| Ermahnungen bei unerwünschtem Verhalten nutzen meist wenig, sie steigern u.U. nur unnötig das Erregungsniveau. Besser ist es häufig, geringe Störungen zu ignorieren, soweit für die Gruppe und den Lehrer tolerierbar. | |
| Bei nicht tolerierbaren Störungen können evtl. folgende Maßnahmen helfen: den Schüler aktiv in den Unterricht mit einzubinden; Aufträge erteilen; nonverbale Signale, die dem Kind bekannt sind oder mit dem Kind vereinbart werden; zum Schüler gehen, die Hand auf die Schulter legen, beruhigend auf das Kind einwirken |
| Rhythmisierung des Unterrichts: lehrerzentrierte Phasen mit aufmerksamkeitsfördernden Elementen (Bilder, Erzählungen, Rätsel, Geräusche ...) im Wechsel mit Eigenaktivität des Schülers in Stillarbeitsphase. | |
| Beim Phasenwechsel, vor wichtigen Unterrichtsabschnitten oder wenn die Unruhe erkennbar im Steigen begriffen ist, kurze "Konzentrationsspielchen" einbauen. Beispiele: Signale: z.B. Klingeln mit der Triangel zum Aufräumen des Arbeitsplatzes und Ruhig werden; Spiel: hinter dem Stuhl stehen, erst setzen, wenn ein vereinbartes leises Geräusch zu hören ist, z.B. Klingeln des Schlüsselbundes, oder wenn der Kreisel aufhört sich zu drehen o.a. |
| Für Arbeitsaufträge deutliche, einfach zu verstehende Arbeitsanweisungen geben; diese eventuell von mehreren Schülern (nicht nur vom hyperaktiven Kind) wiederholen lassen. | |
| Überschaubare Aufgabenabschnitte fördern die Motivation und bauen Mutlosigkeit und Frustration vor. | |
| Situationen vermeiden, bei denen es voraussehbar zu einer Überforderung des Schülers kommt. | |
| Sitzordnung: ein eigener Arbeitsplatz kann hilfreich sein, um gegenseitiges Stören durch ausufernde Unordnung von Materialien auf dem Tisch oder Zappeln zu vermeiden. Dies darf aber gegenüber der Klasse und dem Schüler nicht als "Bestrafung" wirken. |